Monyma, Des Mithridatis Weib, lebte wegen Harm ihres verstorbenen Gemahls in solcher Verwirrung und Verzweiffelung, daß sie einsmahls ihr Königliches Stirn-Band herunter zoge, und selbiges, um sich daran zu erhencken, um den Hals schlunge; Als aber selbiges wegen der Schwere ihres Leibes zerrisse, hat sie solches auffgehoben, darauff gespiehen, und gesaget: Du verfluchtes Band, hast mir auch in dergleichen traurigen Begebenheit nicht ernmahl dienen wollen. Endlich hat sie sich von des Königs Beschnittenen einen erwürgen lassen.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1284–1285Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0