Nehen, Ist eine Kunst und weibliche Wissenschafft in allerhand weiß Zeug, als Leinwand, Catton, Nestel-Tuch, Cammer-Tuch, Tarlatenck etc. entweder schlecht weg bestechen, umschlingen, durchziehen, auszäcken, saumen, holnädeln, steppen, mit Knöpfflein zu besetzen, oder darein nach Art der Mahler-Nahd allerhand Blumen und Gänge mit klaren weissen Zwirn zu sticken, und mit der Nehe-Nadel einzuverleiben. Ist dahero das Nehen zweyerley: nehmlich, eine Hauß-Nath oder ein zierliches Genehe.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1322Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0