Scheid ausziehen, Ist ein aberglaubischer Gebrauch, wenn das Weibes-Volck in der Christ-Nacht zwischen 11. und 12. Uhr stillschweigend aus einem Stoß Holtz hinterwärts ein Scheid heraus ziehet, und selbiges hernach besiehet, ob es gerade oder krumm ist, woraus sie sich propheceyen wollen, ob ihr künfftiger Mann, zu dem sie das Fatum versehen, gerade oder bucklicht und höckricht gewachsen sey.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1707Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0