Theano, Eines Jcarischen Königs Gemahlin, welche, als sie ihr Mann, weil sie unfruchtbar war, verstossen wolte, etliche Schäfer auftrieb, die ihr ein und ander aufgesuchtes Kind brächten, damit sie solche vor die ihrigen ausgäbe. Wiewohl sie hernach von ihrem Mann auch etliche gebahr, aber zu ihrem grösten Leidwesen; denn weil sie sahe, daß ihr Mann die untergeschobenen Kinder viel lieber als die rechten hatte, und dahero bemühet war, jene auf der Jagd umbringen zu lassen, das Unglücke aber die ihrigen selbst betraff, erstach sie sich selbsten mit einem Jägerspieß.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 2005–2006Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0