Theoda, Warff sich zu Zeiten des Käysers Lotharii im IX. Seculo bey Costnitz vor eine Prophetin auf, und bezauberte durch ihre listigen Räncke viel Leute, so gar, daß sie selbige vor eine andere Sibylle ansahen. Sie schützte göttliche Gesichter vor, und verkündigte allezeit die Ankunfft des Jüngsten Tages, wodurch das einfältige Volck beweget ward, ihr Gold und Geld dieser Affter-Prophetin als ein Geschencke zu überbringen. Sie ward aber endlich, nachdem sie auf Befehl des Bischoffs Salomonis zu Costnitz examiniret ihre Betrügereyen gestande, und solche Schuld auf einen Catholischen Pfaffen warff, deswegen zu gebührender Straffe gezogen. Vid. Centur. Magdeburg. Cent. 9. c. 5. p. 119. & 120.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 2009Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0