Velleda, War eine weissagende Priesterin und so genannte göttliche Frau bey denen alten heydnischen Deutschen, von Geburth wird sie vom Tacito L. IV. Hist c. 61. eine Bructera genennet, daraus sich denn der Aberglaube entsponnen, als wenn die Hexen ihre Zusammenkunfft jährlich auf dem Brocks-Berge hätten, weil die Velleda sich dazumahl in derselben Gegend, wo der mürbe, morastige und brockigte Ort, den die Deutschen wegen der stets währenden Nässe und Grundlosigkeit einen Brock zu nennen pflegten, am meisten aufgehalten, und ihr Possen-Spiel allda getrieben.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 2062Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0