Equites divi Huberti, Die Ritter des Heil. Huberti zu Lüttich, hat Hertzog Gerhard von Jülich und Berg im XV Seculo auf die Bahn gebracht, weil er Anno 1444 am Tage Huberti bey Linnich eine grosse Victorie wider Arnolden von Egmond erhalten. Wannenhero man sie auch den Orden von Horn genennet, weil die Ritter ein Hals-Band von Jägerhörnern getragen, an welchem das Bild des Heil. Huberti gehangen. Er ist aber nach der Zeit in Abgang gerathen, bis ihn der vorige Churfürst zu Pfaltz, bey Uiberkommung der Ober-Pfaltz Anno 1709 erneuert hat, und selbsten Großmeister davon wurde, dessen Stathalter aber ist anietzo der Graf Adam von Dimantstein. Er bestehet in Fürstlichen Personen, deren Anzahl unumschrencket ist, und in zwölff Rittern, Gräflich- und Freyherrlichen Standes, sodann in einem Cantzler, Vice-Cantzler, Secretario, Schatzmeister, Herold und Garderobe. Die dazu gewiedmeten Aemter in der Pfaltz sind zu Commenderien gemacht worden, deren ieder Ritter ausser den Fürstlichen eine bekommt. Das Ordens-Zeichen ist ein viereckichtes Creutz, an einem rothen Bande, nebst einem Stern auf der Brust und auf dem Mantel. Der Wahl-Spruch bestehet in den drey alten Worten mit Gothischen Buchstaben: Jn Trau vaß, das ist, in Fidelitate constans, oder in der Treue beständig. Die Pflicht bestehet hauptsächlich darinne: 1 Dem Churfürsten treu und hold, 2 gegen die Armen barmhertzig zu seyn; wie denn ein ieder Ritter bey seiner Reception 100 Ducaten vor die Armen an den Schatzmeister bezahlen muß. Sie werden capitulariter durch die meisten Stimmen erwehlet, ausser der Stathalter und der Cantzler, welche unmittelbar von dem Churfürsten gesetzet werden. Die ersten 3 Ritter bekommen 600, die andern 6 ein ieder 500, und die letztern dreye 350 Rthlr jährlichen Einkommens; von den Fürstlichen Personen aber ein ieder ein Chur-Pfältzisches Regiment, oder wenn keines offen ist, die Gage eines Obersten, aus den Einkünfften der Ober-Pfaltz.