Zenonis, Käyser Basilisci Gemahlin, ein ketzerisches und Eutychianisches Weib, so ihren Gemahl nicht nur zu einem Schwarm genossen dieser irrigen Secte machte, wieder die Rechtgläubigen anhetzete, und ihnen allerhand Drangsal erregte, sondern auch nicht eher nachließ, als biß das Chalcedonische Concilium, worauff Eutyches von 630. Bischöffen verdammet war, aufgehoben, und dieser grosse Ketzer, als ein rechtgläubiger Lehrer erkläret ward. Weswegen auch die Unterthanen dem Basilisco mit Spott und Hohn vorwarffen, daß nicht er, sondern seine Zenonis in Staats- und Kirchen-Sachen regierete, welches er sich also zu Gemüthe zog, daß er zu Busama in eine Kranckheit verfiel, und darinnen verstarb.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 2158–2159Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0