Züchterinnen, oder, Zucht-Jungfern, Heissen an etlichen Orten diejenigen zuvorher ausgesehenen und gebethenen Jungfern, so der Braut über der Tafel beystehen müssen, und bey der Tafel sehr erbar zu thun pflegen, daher auch das Sprichwort entstanden: Man züchte und thue erbar, wie eine solche Jungfer. Es werden auch von einigen diejenigen Jungfern und guten Bekannten Züchterinnen benennet, so eine Gevatter stehende Jungfer mit sich zugleich zu dem Gevatter-Essen oder Schmauß, als eine gute Freundin zu bringen pfleget.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 2166Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0