Aliment des chevaux, Die Verpflegung der Pferde, wird schier bey ieder Nation verändert. z. E. Jn Deutschland füttert man gemeiniglich nebst dem Heu, auch Haber, Gersten oder Rocken. Jn Jtalien essen die Pferde Speltz. Jn Spanien, (sonderlich in Valentia) Johannis-Brot. Jn Engelland grob gebacken Brot; in den äussersten Mitternachts-Ländern, müssen die Pferde gedörrete Fische mit den Menschen essen. Jn Türckey werden die vornehmsten Pferde mit Zirbel-Nüssen, Mandeln, Weinbeeren, Feigen und Datteln gespeiset, und zum Uiberfluß mit Saffran, Balsam, Zimmet und andern köstlichen Materien gewürtzet, so aber den Pferden mehr schädlich als nützlich ist, und nur um Prachts willen, oder aus Creatur-Liebe geschicht.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 34–35Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0