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Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Bal, Ein Tantz zusammen gekommener Leute, beyderley Geschlechts, die sich bey einer schönen Music und guten Collation mit Tantzen ergötzen, dergleichen bey grossen Höfen vorgehen, denen hernach die Ministri und andere vornehme Herren in der Stadt nachfolgen. Daher sagt man, dieser oder jener hat einen vornehmen Bal gegeben, bey dessen Endigung einem andern dem Bal beywohnenden Cavalier oder Dame ein gewisses Zeichen, als entweder ein Bouqvet oder Schnupfftuch gegeben wird, welche Person dann hierauf dieselbe Compagnie auf einen andern Tag in ihr Haus einladen, und solche daselbst mit einem andern galanten Bal regaliren muß, und führet eine solche Dame, die das Bouqvet bekommen, alsdenn den Nahmen de la Reine du Bal, der Königin vom Tantz. Der Bal ist von der Assemblée darinne unterschieden, daß man zu jenem ausdrücklich zum Tantz eingeladen wird, bey den Assembléen aber auch um Essens, Trinckens, Spielens, Musicirens und der Conversation willen zusammen kömmt. Der vornehmste Endzweck eines Bals ist kein anderer, als die äusserliche Sitten-Lehre auszuüben, und Proben seiner Geschicklichkeit abzulegen.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 105–106Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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