Barbe, der Barbar, Barber, So nennet man die Pferde aus der Barbarey in Africa, welche schwach und mager vom Leibe, von leichten Füssen und daher von fast unglaublich-schnellem Lauffe sind: Sie kommen aber sehr selten zu uns, weil sie in ihrem Vaterlande selbst so hoch gehalten werden, daß man ihre Geschlecht-Register eben so, als bey uns die Genealogien grosser Herren, hält. Der Hertzog von Newcastle in seiner Reitbahne fol. 43 sq. sagt: Der Barbar ist nach dem Spanischen Pferde das vernünfftigste, doch ist es nicht so arglistig, und also um so viel leichter abzurichten. Daneben ist es sehr artig und gelennig, Nervenreich und leicht. Es ist so ein angenehmes Pferd, als man immer wünschen mag; aber ein wenig klein und dünn, und hat gleichsam etwas vom vornehmen Frauenzimmer an sich. Es ist so kaltsinnig und nachläßig in seinem Gange, daß es wol über ein Kegel-Spiel straucheln möchte: Es trottiret wie eine Kuh, und galoppiret so nahe an der Erde fort, daß es nicht die geringste schöne Bewegung macht, wenn es nicht die Kunst durch gute Schulen anders zu wege bringet. Alle Barbarische Pferde haben zwar diesen Fehler nicht, aber doch die meisten; der Barbar ist insgemein sehr starck, und von langem Athem, so daß er eine gewaltige Arbeit ausdauren, und man sich in einer Schlacht seiner wohl bedienen kan. Es ist sehr leicht abzurichten, weil es gutes Urtheil und Gedächtniß, und dabey grosse Lust zu allem hat: Wenn es wohl aufgemuntert wird, so ist nicht leicht ein Pferd, so seine Schulen besser machet, als eben dieses, so daß sich iedermann darob erfreuet, der es siehet.