FeedFrießländisches Pferd
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Frießländisches Pferd, Dieses beschreibt der Hertzog von Newcastle in seinem vollkommenen Bereuter fol. 50 sq. also: Das Friesische Pferd ist nicht so vernünfftig als das Englische; aber es ist keines angenehmer zu brauchen in allen Stücken, als ein Friesisches Pferd: Es macht seinen Redop sehr wohl, und kein Pferd kan nimmermehr grössere Dienste thun, weder auf der Reit-Schule, noch im Zweykampffe, noch im Kriege. Es ist kühn, nehret sich von allerhand Sachen, und erträget die Kälte so leicht als die Hitze; auch ist kein Pferd, darauf der Reuter besser aussehe, als eben auf diesem, denn es ist milde, vermessen, unerschrocken, und seines Ganges sehr wohl versichert. Es ist starck und lustig, und taugt zu allen Uibungen, nur allein zum langen Lauffen nicht, ob es wol geschwind genug lauffen kan. Man muß es aber nicht in die Weite zu zwingen begehren; denn es hat so viel Athem nicht, als das Barbarische Pferd; Jedoch wenn ein schwerer und wohl gewaffneter Reuter sich auf einen Barber setzte, und ein anderer von eben solchem Gewichte auf einen Frießländer; so ist es gewiß, daß des letztern Stärcke den Barber dergestalt übertreffen würde, daß ich glaubte, es sollte der Frießländer so wohl und lange lauffen, als der Barber.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 836–837Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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