Bruch, Wird gennet, wo die Theile einer Sache, daraus sie bestehet, nicht mehr so genau verbunden seyn, sondern durch eine Gewalt aus oder gar von einander gerissen worden, insonderheit aber verstehet man dadurch, wenn durch Renckung oder einen Riß im Darm-Fell, das Netz oder ein Gedärm, auch sonst ein fleischiges, wäßriges und dergleichen Wesen, sich an den Unter-Leib und dessen Theile einsetzet, und daselbst die Haut heraus presset. Es geschiehet unterweilen, daß ein Pferd einen Bruch bekommt, und ihm das Gedärme heraus dringet; solchem abzuhelffen, muß man erstlich den Darm mit den Fingern alsbald sachte wieder hinein schieben, hernach Odermennige, Schell-Kraut, Mausöhrlein, das Kraut von der Schwartz-Wurtzel, Beyfuß, Garten-Pappeln, Rettich-Kraut und Käse-Pappeln, iedes eine Hand voll nehmen, solche in einem Topfe mit Bier kochen, und den Schaden fein warm damit bähen, die Kräuter aber mit einem leinenen Pflaster auf den Schaden binden, und zwey Stunden darauf liegen lassen; Alsdenn soll man ihme diesen Wund-Tranck eingiessen: Nimm Osterluzey, Tormentill, Heidnisches Wund-Kraut und Drachen-Blut, iedes zwey Loth, alles dieses soll gestossen und in drey Qvart Bier wohl gekocht, und dem Roß alle Morgen nüchtern vier Löffel voll davon eingegossen, und der Schaden mir obigen Kräutern wohl gebähet werden. Hernach soll man aus folgenden Stücken, nemlich sechs Loth Honig, weiß Gänse-Fett, weisses Lein-Oel, Kamm-Fett, Drachen-Blut, Populeum, Althee, von iedem vier Loth, unter einander gemischt, eine Salbe bereiten, und den Schaden alle Abende damit schmieren, so wird es bald besser werden.