Buccina, Ein altes musicalisches Jnstrument, dessen sich die Alten im Kriege bedieneten, und womit sie insonderheit das Signal zum Aufbruche, Angriffe und Retirade zu geben pflegten. Es war solches von Ertzt, und gantz krumm gebogen, worinne es von der Tuba, die gantz gleich war, sich unterschiede; doch war es dabey kleiner, als ein sogenanntes Cornu, so ebenfalls krumm. Anfänglich sind die Buccinæ vermuthlich nichts anders als Hirten-Hörner gewesen; und wird dieses Wort daher von bos und cano hergeleitet: Wiewohl andre Buccina von dem Klange bou, bou herführen wollen. Noch andere wollen es bucina geschrieben wissen, und soll es so viel als vocina heissen. Die Jüden nenneten ihre Buccinam bald Keren, bald Schophar, und war es ein krummes Widder-Horn, dessen sie sich bey Verkündigung der Neu-Monde, der Fest-Tage, wie auch bey dem Jubel- und Erlaß-Jahre bedieneten. Weil heutiges Tages die Trompeten zu obigen Verrichtungen gebraucht werden, kan man ihnen den Nahmen buccina beylegen; ob wol einige es durch Posaune und noch andere durch Zincke übersetzen. Derjenige nun, der eine buccinam bliese, ward buccinator, und der Schall und Klang dieses Jnstruments buccinus genennet.