Bucephalus, War des Königs Alexandri Magni Leib-Pferd, welches aus dem berühmten Gestüte des Philonici Pharsali in Thessalia von König Philippo für 13 oder 17 Talente erkaufft worden, die Ursache aber, daß dieses Bucephal geheissen, ist diese, nicht daß es hätte einen Ochsen-Kopf gehabt, sondern daß es auf dem rechten vordern Bug nur die Gestalt eines Ochsen-Kopffs gebrannt gehabt, wie man in Thessalia dieselben Pferde also geheissen, die aus obbemeldtem Gestüte herkommen sind, welche alle denselben Brand gehabt haben. Dieses Pferd war in seiner Jugend von Natur frech, muthwillig und sehr wild, worauf sich dann Alexander Magnus gleich gewagt, und solches rohes Pferd selbst zu seinem Gebrauch dreßiret, solcher Gestalt, daß es niemanden hat lassen aufsitzen, als seinen eignen Herrn, auf welchem er nachgehends grosses Glück gehabt, und es in vielen Schlachten geritten, und ob es darinnen gleich tödtlich verwundet worden, hat es doch mit seinem Herrn durch die Feinde gerissen, und ihn sicher davon gebracht. Nachhero soll es gleichsam mit menschlichem Verstande gestorben seyn. Alexander bedaurete den Tod seines Bucephali nicht anders als eines seiner besten Freunde, ließ ihn auch begraben, und um das Grab eine Stadt anbauen, welche Bucephalos oder Bucephala genannt wurde, und das heutige Lahor in dem Königreiche gleiches Nahmens in Indostan seyn soll.