Bürsch-Hunde, Sind eine Art von schnellen und flüchtigen Jagd-Hunden, welche gebraucht werden das angeschossene und verwundete Wild zu verfolgen und einzuholen. Man kan auch wohl Bachen, Rehe und Wölffe in lichtem Holtze, ohne daß solche angeschossen seyn müssen, damit hetzen und fangen, weil sie gleichsam starcke Wind-Hunde sind, denen nichts entlauffen kan; wie man sie denn auch von grossen Wind-Hündinnen, die mit Englischen Hunden beleget werden, erzielet. Solche Hunde werden auch Cours-Hunde geheissen, und von Jugend auf mit Fleiß dazu gewöhnet, daß sie dem Weidemann nachkriechen lernen, und so der Schuß geschehen, dennoch dem Wild ohne Geheiß nicht nach lauffen dörffen, bis man das Angeschossene gemercket, nach welchen man ihn denn anhetzet; da denn der Hund mit der Zeit das getroffene Wild geschwind einzuholen, oder unter einem gantzen Trupp auszusuchen, und gewaltsam nieder zu ziehen lernen wird. Vor hauenden Schweinen aber sind sie zu schonen, weil sie von denselben unfehlbar würden zu schanden geschlagen werden, sondern man mag lieber hierzu die Sau-Rüden, als welche nicht so kostber, gebrauchen. Diese Bürsch-Hunde werden an Ohren und Schnantz nicht gestutzet, sondern ihnen, gleich den Wind-Hunden, dasjenige, was ihnen die Natur gegeben, gelassen; man pflegt sie auch, damit sie leicht lauffen können, mit trockenem Brot von Haber-Schrote zu füttern, und ihnen käne dicke Mehl-Suppen, als wovon sie zu schwerfällig würden, zu geben. Vor allen Dingen aber nüssen sie alle Tage ausgeführet werden, damit sie gänge und flüchtig bleiben, zum wenigsten müssen sie in einem grossen Zwinger frey herum lauffen, und nicht immer beständig an Ketten gelegt seyn, sonsten werden sie in kurtzer Zeit steiff und unbrauchbar, und verliegen sich dermassen, daß kein zahm Vieh, so sachte es auch läuffet, darmit einzuholen.