FeedBürschen, Pürschen
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Bürschen, Pürschen, Ein Weidmännisch Wort, und bedeutet das Wild sowol kleines als grosses durch gezogene Röhre oder Schrot-Büchsen fällen. Unter allen Weidmanschafften erfordert das Bürschen die geringsten Kosten, weil es eine Person mit und auch öfters ohne Hund verrichten kan. Wo gute Wildbahnen sind, kan man sich mit Bürschen nicht nur einen angenehmen Zeitvertreib, sondern auch nicht geringen Vortheil machen. Es werden aber dazu erfodert eine gute Erfahrenheit und Kentniß aller Vortheile, ein scharfes Gesicht, eine stete Hand und leiser Tritt, ein gutes nicht blanckes noch gläntzendes Rohr, Rohr-gerechte Kugeln und rundes Schrot. Jm Winter soll der Weidmann grau und im Sommer grün gekleidet seyn. Auf das hohe Wildpret werden Sultzen geschlagen, oder an gelegenen Orten in Wäldern an Gehägen und Zäunen Stände und Schirme gemacht, dabey aufzupassen; denen Füchsen wird bey den Vorhöltzern, und den Hasen in den Saat-Feldern aufgepaßt. Der Wind muß niemals von dem Jäger gegen das Wild, sondern von diesem gegen jenen gehen, denn solchergestalt ist die Lufft- und Spur-Witterung dem Wilde benommen. Damit alles Wildpret nicht so bald den Menschen spüre, soll der Jäger ein Wisch-Tuch, damit der Stall-Knecht den Rossen, wenn er sie striegelt, den Staub abwischt, wenn er pürschen ausgehet, um den Leib binden, so übertrifft der Gestanck vom Wisch-Tuch des Menschen Geruch, daß er das Wild desto unvermerckter beschleichen kan. Von der Wasser-Bürsche s. an seinem Orte.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 231–232Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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