FeedBürsch-Rohr, Bürsch-Büchse
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Bürsch-Rohr, Bürsch-Büchse, Jst ein gezogenes Rohr oder Kugel-Büchse mit einem deutschen Schlosse, und tüchtigen gemeiniglich mit Elfenbein oder Perlen-Mutter ausgelegten Schaffte, welcher einen kurtzen und hohlen nach dem Backen ausgeschnittenen Anschlag, und darinnen ein Beykästgen hat, worinnen Lad-Maß, Krätzer und etliche Kugeln mit Pflaster liegen können. Alles Eisenwerck an selbigen muß nicht blanck und gläntzend, sondern blaulicht oder matt im Feuer angelauffen seyn. Dergleichen Bürsch-Röhre mit deutschen Schlössern brauchen unsere deutschen Jäger noch bis itzo aus folgenden Ursachen: Ein deutscher Anschlag, weil er kurtz und nach dem Backen geschnitten ist, wird sich geschwinder und besser anschliessen, auch fester im Lager liegen als ein anderer, so nicht von dergleichen Art ist. Ein deutsches Feuer-Schloß, obwol das Spannen und Losspannen des Rades in etwas beschwerlich ist, kan nicht eher los gehen, bis der Stein aufgesetzet worden, und wenn zwischen dem Stein und der Pfanne ein Tuch-Lappe geleget wird, bleibet Pulver, Rad und Stein trocken, und kan man nach abgezogenem Lappen gleich losdrücken. So kan auch ein Schütz in freyer Faust, so meistens vorfället, nach einem Wild unangeleget bürschen; weil an dem deutschen Schlosse das Rad mit Schärfung des Steins unverrücket des Ziels weit leichter und unvermercket los gehet.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 235–236Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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