Cadence bey den Ballets, Jst ein unumgänglich nöthiges Stück. Denn da müssen alle Tritte und Schritte, Minen und Geberden, sie mögen mit dem Kopfe, Augen, Munde, Händen, Fingern, oder mit dem gantzen Leibe geschehen, aufs allergenaueste nach dem Tact und Proportion der Cadentz, das ist, nach der ordentlichen Folgung der Stimmen in der Melodie, eingerichtet, und in mensura, tempo und pondere regelmäßig verrichtet werden, weil dieses gleichsam das Leben und die Seele eines Ballets ist, und ohne selbiges alles todt und unvernünftig durch einander gehet. Mensura aber ist hier die Distantz von einem Fusse, Hand oder andern Gliede zu den andern Gliedern durch alle Bewegungen proportionirlich durch; nächst dem heist es auch die Distantz von einer Person zur andern durch alle Tantz-Glieder durch; und diese Distantzen sind nach den Regeln der Geometrie überhaupt wohl in acht genommen, wenn keine Ungestalt gemacht ist, und man ohne Mühe von einem Fusse oder Orte zum andern kommen kan. Pondus dagegen ist das Gewichte oder die Schwere der Glieder, welche dergestalt im Gleichgewichte müssen gestellet und geführet werden, damit sie in den Actiónibus nicht hinderlich fallen, und endlich die gute Stellungen dadurch verhindert werden. Endlich ist Tempo überhaupt eine Masse der Währe oder Dauerung der Zeit, darinnen eine von vielen kleinen Bewegungen zusammrn gesetzte Handlung verrichtet wird; Tempus præsens aber ist Momentum, da alle Augenblicke das Præteritum dahin ist, und das Futurum noch kommen soll, und begreiffet die Zeit einer ieden allerkleinesten Bewegung in sich.