Cameel, Kameel, Camelus, Jst unter den vierfüßigen Thieren, so gespaltene Klauen haben, wol das grösseste und höchste Thier, hat einen sehr langen und geschlancken Hals, kleinen Kopf, einen Puckel auf dem Rücken, knorrichte und hohe Schenckel. Es sind sonst zahme Thiere; können auf einmal 16, 18, bis 20 Centner auf ihren Rücken tragen, und werden daher von den Türcken zu Fortbringung allerhand Kriegs-Rüstung gebraucht, auch von Kaufleuten auf der Reise durch grosse Wüsteneyen mit geführt, weil sie sich mit schlechtem Futter vergnügen lassen, und 9 Tage Durst leiden können; wenn sie in der Brunst sind, bleiben sie fast 40 Tage ohne Essen und Trincken; das Weibgen trägt seine Frucht 11 Monat lang. Die Pferde fürchten sich vor den Cameelen, und können auch ihren Geruch nicht vertragen. Die Cameele gehörten vor dessen zu dem Reichthum der Morgenländischen Völcker, wie an denen Patriarchen und Hiob zu sehen. Job. 1, 3. Jhr Fleisch ist zwar unverdaulich, ihre Milch aber wird für die beste und süsseste nach der Mutter-Milch gehalten. Die Haare werden zur Kleidung genommen, sintemal Johannes der Täuffer ein Kleid von Cameel-Haaren hatte. Einige wollen aber sagen; daß sich Cameelhaar unmöglich spinnen und wircken liesse. Die Araber richten ihre Cameele folgender Gestalt zum Tantzen ab: Sie sperren ein junges Cameel in einem eingeheitzten Orte ein, und machen das Pflaster des Zimmers ziemlich heiß. Ausserhalb desselben wird eine Paucke gerühret, unter währender Zeit das Thier gezwungen wird, einen Fuß um den andern aufzuheben. Wenn es nun etliche Monate darzu angewöhnet worden, und hernachmals im freyen dergleichen Paucken-Schall höret, so fängt es von sich selbsten mit gleicher Bewegung auch auf den kalten Pflaster-Steinen an zu tantzen.