Choraische Schreib-Art, Gehöret zur Cammer-Music und ist der gewöhnlichen und gebräuchlichen Tantz-Kunst eigen. Sie führet ihren Nahmen vom Chor oder Reihen, wo ihrer viele zusammen tantzen, und die Glieder der choraischen Melodie sind zwar etwas schwächer als der hyporchematischen, doch dabey von gleicher Einförmigkeit nach ihrer Art; die Klang-Füsse sind hurtiger, die Bewegung ist lustiger, und die gehörige Kürtze hilfft mit zum Abzeichen. Diese choraische Schreib-Art theilet sich in so viele Gattungen, als es Arten von Täntzen giebt. Die Pohlnische Gattung des choraischen Styls hat vor andern seit einer Zeit so viel Beyfall gefunden, daß man sich nicht gescheuet, die ernsthafftesten Worte und Sing-Gedichte à la Polonoise zu setzen, das ist, mit Melodien nach Pohlnischer Weise zu versehen. Es hat diese Weise auch in der That offt eine recht fremde und angenehme Wirckung, die iedoch niemand, ohne sattsame Kundschafft vom choraischen Wesen zu besitzen, zu wege bringen kan. Jn einem Schottländischen Land-Tantze findet sich viel gefälliges und neues, wo nicht was seltsames, das hin und wieder nicht nur zum Tantzen allein, sondern auch zu vielen andern Sachen, sowol auf dem Schauplatze, als in Gemächern, gut anzubringen und nachzuahmen ist, iedoch für Sing-Stimmen mit gehöriger Behutsamkeit. Betrachtet man die Frantzösischen Tantz-Lieder und Melodien, so klein sie auch seyn mögen, bis auf die Menuetten, (welche eben sowol als die größesten Ouverturen, ihre eine Schreib Art erfodern) mit Aufmercksamkeit, so findet man darinnen die feineste Ordnung, die genaueste Gleichförmigkeit und richtige Abschnitte; ja alle diese Tantz-Style, der hyporchematische sowol als choraische, sind voll ungemeinen Reichthums, und geben im musicalischen Setzen allerhand schöne Erfindungen an die Hand.