Dachs-Hund, Dachs-Kriecher, Dachs-Schlieffer, Jst eine Art von kleinen Jagd-Hunden, welche auf die Dächse abgerichtet, und, solche damit zu fangen, gebrauchet werden. Sie sind einer niedrigen Statur, haben einen langen schmalen Leib, und niedrige etwas eingebogene Füßlein, damit sie desto besser im Kriechen und Schlieffen fortkommen können, sie sind von allerhand Farben, doch meistens braun, Otterfarb oder schwartz, und haben glatte und kurtze Haare. Es giebt noch eine Art, welche gerade Schenckel haben, oder Stock-härig, wie die Wasser-Hunde sind. Die ersten gehen lieber in die Geschleiffe, und sind zu dem Dachs-Fang darum besser, weil sie länger unter der Erden verharren können. Die andern lauffen besser ober der Erden, gehen mit strengerm Anfall in die Geschleiffe, weil sie aber gar zu hitzig, und sich dahero geschwind abzumatten pflegen, müssen sie desto eher wieder heraus, frischen Athem zu schöpffen. Wenn sie drey Viertel- oder aber ein Jahr alt sind, muß man dieselben an den Dachs-Bau bringen, und einen alten abgerichteten Hund hinein fahren lassen: So nun derselbe was gefunden, vorbiegen und anschlagen wird, muß der junge Hund solches anhören, und hierzu aufgemuntert werden. Jst folglich der Dachs ausgegraben oder sonsten lebendig gefangen worden, muß man solchem die Fänge ausbrechen oder abkneipen damit er den jungen abzurichtenden Dachs-Hund nicht zu scharff angreiffen, und dieser dadurch das Hertz ein ander mal wieder anzugehen nicht verlieren möge; hiernächst den Dachs in eine von Bretern verfertigte und mit Erden beschüttete Röhre lauffen lassen, den Hund aber nach zukriechen anhetzen, und zum frischen Angriff aufmuntern. Damit auch ein solcher junger Hund desto begieriger werden möge, muß man ihme dieserwegen nicht alleine frölich und freundlich zusprechen, sondern auch denselben durch gegebenen Schweiß hierzu genossen machen. Diese Dachs-Hunde werden auch von einigen als Stöber-Hunde gebraucht, um die Haasen und Füchse, so sich währender Jagd-Zeit verkriechen, auszustöbern, oder die Jltisse und andere schädliche Thiere damit auszuspüren, und auszugraben. Man hat auch grosse starcke Dachs-Hunde, damit man im Herbste bey Nachts den auf die Nahrung gehenden Dachs, wenn er von den Spür-Hunden aufgetrieben worden, zu hetzen, und zu fangen pfleget.