Diamant, Adamas, Türckisch Almas, bey den Ost-Jndianern Iri, der kostbarste, härteste und schönste unter allen Edelgesteinen. Die Naturkündiger erzehlen dessen siebenerley Geschlechte, als da ist 1) der Jndianische, welcher einige Verwandschafft mit dem Crystall hat, ist zugespitzt, und hat 6 glatte Seiten, wird offt in der Grösse einer Hasel-Nuß, aber nicht im Gold wachsend gefunden. 2) Ein Arabischer, dieser ist etwas kleiner, aber dem vorigen gleich. 3) Ein Cenchreaner, welcher in der Grösse des Hirse-Saamens gefunden wird. 4) Ein Macedonischer, welcher im Golde gefunden wird, gleich den Kürbis-Saamen. 5) Ein Cyprischer, welcher fast der Farbe des Ertztes gleichet, dieser ist in der Artzeney sehr kräfftig. Der 6) wird genannt Siderites, gläntzet wie der Stahl: Er ist schwerer als die übrigen, aber ungleich in der Natur. Das 7) Geschlecht ist entweder rund oder sechseckigt: Diese haben ihre Nahmen von dem Orte, da sie gefunden werden. Es zerbohret dieser Stein alle andere Edelgesteine, als den Schmaragd, Saphir und dergleichen, dessen ungeachtet soll er doch mit Bocks-Blut weich gemacht werden können, soll auch dem Gifft widerstehen, ist sonsten in hohem Werth zu achten, weil er im Amt-Schildlein gebraucht worden. Exod. 28. v. 13. Den grösten Diamant (so in Form eines halben Eyes) hat der Groß-Mogol oder Kayser in Jndostan, welcher wiegt 279½ Carat, und ist der gröste Diamant, den man iemals gesehen hat. Er wird geschätzet auf 5 Millionen und 861639 Gulden. Jtem in des Großhertzogs zu Florentz Kunst-Cammer ist auch ein Diamant zu sehen, welcher wiegt 139½ Carat, dieser laufft der Schatzung nach auf eine Million 304167 Gulden. V. Seyfrid. Med. Mir. Nat.