Achat, Jst ein halb durchsichtiger Edelgestein, wegen seiner mancherley Farben sehr angenehm, sonderlich wenn die Natur in Vorstellung unterschiedlicher Figuren, als Thiere, Bäume, Früchte, Wolcken etc. in demselben spielet; wie denn König Pyrrhus einen solchen Achat gehabt, in welchem die 9 Musen oder Kunst-Göttinnen, sammt dem Apolline zu sehen gewesen seyn. Der schönste Achat kommt aus Jndien, sonderlich aus der Provintz Camboja und aus Sicilien; man findet ihn auch hin und wieder in Deutschland. Seine Tugend ist, daß er dem Gifft und gifftiger Thiere Biß widerstehet; daher auch der Adler diesen Stein in sein Nest trägt, um seine Jungen vor gifftiger Thiere Biß dadurch zu verwahren. Jn der Kayserlichen Schatz- und Kunst-Kammer zu Wien ist eine aus einem Achat gemachte Schale oder Schüssel zu sehen, welche eine Elle weniger zwey Finger im Durchschnitte hält, und darum so viel höher zu æstimiren ist, weil in ihrer Höle gar deutlich B. XRISTO R. S. XXX von Natur eingewachsen, als wenn gleichsam die Natur diesen ungemeinen Edelgestein ihrem Schöpffer vor andern hätte dediciren und aufopffern wollen. v. Lambecii Bibl. Cæsar. L. I Fol. 24. Der Achat war auch der achte Edelgestein in dem Amt-Schildlein Aaronis. Exod. 28 v. 19.