Dohle, Thole, Dahle, Wie sie einige nennen, ist eine Art von Krahen, fast über und über Kohlschwartz, so gar, daß, wie bey denen Raben, auch der Schnabel und die Füsse eben dieser Farbe sind; doch hat sie hinten an dem Kopff, wo der Hals anfänget, gantz graue Federn, die etwas vom Halse selbst einnehmen, recht auf die Art, wie man etliche Krähen siehet, die sich dadurch von denen gantz schwartzen Krahen unterscheiden. Jhrer Grösse nach, gleichet sie einem Häher, nur daß die Dohle an der Brust etwas dicker, und also der Häher viel schlancker und länglichter aussiehet. Sie ist von Natur diebisch oder vielmehr Geld-liebend, kan aber mit Recht nicht wohl unter die Raub-Vögel gezehlet werden, ob sie sich gleich mit denenselben zusammen hält, allermassen sie auf kein Aas oder Luder fället, sondern meistens Körner und Früchte geniesset; dahero auch dieser Vogel wegen seines wohlschmeckenden Fleisches, besonders wenn er noch jung ist, gerne zur Speise gebraucht wird. Er macht sein Nest auf hohe Bäume, pflegt auch gerne auf Thürmen und hohen Mauren in Löchern zu brüten. Wenn er noch jung aus dem Neste gehoben, und ihme die Zunge gelöset wird, so kan man ihm allerhand schwätzen lernen, wie einer Elster. Er wird mit seines gleichen lebendig auf den Wänden, oder auch mit dem Falcken gefangen.