Feder-Lappen, Sind zusammen geknüpffte Büschel Federn, welche an Leinen gebunden, des Nachts gegen Tag hin vor das Holtz gezogen werden, damit die Hasen oder Füchse, so sich in der Nacht aus dem Holtze heraus, und zu Felde begeben, bey anbrechendem Tage nicht wieder zu Holtze gehen, sondern man den folgenden Morgen darauf etwas auf dem Felde zu hetzen finden möge. Man pflegt auch groß Wild, als Wölffe, Sauen und Hirsche damit einzustellen und zu verlappen, daß sie in der Stille, und ohne von denen Leuten oder Hunden verstöret zu werden, in ihren Behältnissen so lange warten, bis man den Zeug an Tüchern oder Netzen herbey bringen, und stellen könne. Zu diesen Feder-Lappen braucht man die Federn von allerhand zahmen und wilden Geflügel, als Schwanen, Trappen, Auerhanen, Truthünern, Reihern, Störchen, Gänsen, Habichten und Raben; denn sie müssen von mancherley Farben, schwartz, braun und weiß, also recht bunt aussehen, damit sie so viel besser abschrecken können. Man hat aber zweyerley Arten von Feder-Lappen: Die erste Art, worzu die grösten Federn genommen, und gedoppelt mit den Kielen gegen einander durch einen Creutz-Schlag gezogen werden, und auf zwey Tücher lang stellen, werden durch zwey Leute auf grosse Haspeln gewunden, und doppelte Feder-Lappen genennet, deren Leinchen so starck als Wolffs-Garn sind, solche aber sind beschwerlich mit Haspeln, und langsam zu stellen, gehen auch wohl sechsmal so viel und grössere Federn darauf, als sonsten nöthig wäre. Die andere kleinere Art Feder-Lappen, welche viel leichter, nützlicher und wohlfeiler ist, gebrauchet nur mäßige, iedoch auch bunte Federn, allein nicht mehr als zwey bis drey, unterwerts ebenfalls mit dem Dreyschlag geknüpffet, deren Leinchen von Stärcke des Hasen-Garns ist, und stellet ein Bund eines Tuches Länge, oder hundert und sechzig Schritte. Die Knoten kommen eine gute Spanne von einander, der Haspel ist viel kleiner, und mit einem einfachen Handgriff von dürrem Holtze, daß die Spille sich umdrehen kan. Wenn man die Feder-Kiele, ehe sie zusammen geknüpfft werden, an der Spitze öffnet, und in ein Faß voll Hunde-Mist stecket, auch das Leinchen darinnen weichet, noch besser aber mit dem sogenanten Teuffels-Dreck beschmieret, so bleibet der Geruch sowol in den Federn, als in dem Leinchen, und scheuet das Wild sich entsetzlich davor; Es ist aber wegen des Geruchs nicht rathsam, solche zugerichtete Feder-Lappen bey die Netze zu hängen, sondern sie müssen absonderlich aufgehoben werden. Wer die Federn so geschwinde nicht aufbringen kan, und doch verlappen will, brauchet an stat der Federn starckes Stroh, nach Länge der Federn abgehauen, wovor sich das Wild ebenfalls scheuet. Wenn in der Eil gestellet werden soll, und nicht allezeit Furckeln oder Lapp-Reiser vorhanden sind, oder bey dem Frost nicht in die Erde zu kommen ist, muß man die Lappen mit den Leinchen um die Sträucher oder Bäume anziehen, und umschlagen, oder da es noch schlaff hängen bliebe, an nöthige Oerter Lappreiser unterstützen. Man pfleget auch die Feder-Lappen öffters doppelt über einander zu stellen.