Eichel Ecker, Jst die bekannte Frucht des Eich-Baumes, welche etwas länglicht-rund, doch oben spitziger als unten, und am Stiele gleichsam mit einem Käppgen oder Mützgen bedecket ist. Sie kommen ohnmittelbar aus den Aesten und Zweigen hervor, und hängen an langen und dünnen Stielen, sind von verschiedener Grösse, und stecket ihr Kern, welcher hart und eines herben und strengen Geschmacks ist, in einer anfangs grünen, und wenn sie reiff worden, braun-aussehenden Schale. So bald sie zu ihrer Zeitigung gelanget, fallen sie aus ihren Mützgen oder Näppgen heraus, und geben sowol den wilden, als zahmen Schweinen eine treffliche Nahrung, wiewol auch darinnen ein Unterschied ist, daß die länglichten, die man an einigen Orten Dachs-Eicheln heisset, die süssesten und grössesten, und dahero auch die besten zur Mastung, die andern aber, welche man Hartz-Eicheln nennet, kürtzer und runder, auch etwas bitterer, und deswegen den Schweinen nicht so gar anständig sind. Die schlimmsten aber unter allen sind die Eicheln von den sogenannten Zirn-Eichen, denn diese machen das Fleisch an den Schweinen körnig und hart, und benehmen ihm also die sonst von Natur an sich habende Annehmlichkeit. Hieher möchte man auch die Buch-Eckern (so die Frucht von den Roth- oder Trage-Buchen sind) ziehen, welche von einigen für eine weit tauglichere Mastung der Schweine, als die ordentlichen Eckern oder Eicheln gehalten werden, indem sie zärter und eines anmuthigen süssen Geschmacks sind, wiewohl auch andere die Buch-Ecker-Mastung deswegen nicht gerne haben, weil das geräucherte Fleisch davon einen thranigten Geschmack hat, und das Fett, so lange es im Rauch oder in einer Kammer hängt, immerfort trieffet, welches auch die Heidekorn-Mast thut; da hingegen die Eichel- und Gersten-Mast ein schmackhaffteres Fleisch und derberes Fett machet. Wenn die Eckern oder Eicheln reiff worden, läßt man solche entweder um etwas gewisses, z. E. um die Helffte lesen, oder aber man lässet sie liegen, und gegen einen gewissen Zins, eine proportionirte Anzahl Schweine in die Eichen-Wälder treiben, und eine bestimmte Zeit lang darinnen hüten, welches man die Schweine in die Eicheln schlagen heißt. Die gelesenen Eicheln werden entweder an der Lufft, oder aber damit sie der Wurm nicht so leicht angreiffen, und dieselbige sich desto länger halten mögen, im Backofen gedörret, und hierauf in der Mühle geschroten, oder, wer die Kosten scheuet, nur roh, oder im Spühlicht eingeqvellet, den auf die Mast gestellten Sauen vorgeschüttet.