FeedEnfuir, s’ enfuir
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Enfuir, s’ enfuir, Entfliehen oder Ausreissen. Des Ausreissens und Durchgehens sind alle üble gezäumte, verzweiffelte Pferde gewohnt, weil sie aus Mangel des rechten Gebrauchs der Sinnen beraubt sind. Es entstehet 1) aus furchtsamer Natur, 2) aus allzu grosser Beängstigung, 3) aus vorsetzlicher Bosheit und Haß vor Arbeit, 4) aus überflüßigem Gebrauch seines Vermögens, und Verachtung der Hülffs-Mittel. Allen diesen ist das starcke Anprellen mit der langen Corde an der Seule nützlich, ihnen solche Untugend abzugewöhnen: Weil ihnen dadurch die Straffen kräfftiger appliciret werden, als sie ihnen der stärckste Reuter beybringen kan, doch ist vorsichtig damit zu verfahren.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 609–610Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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