l’ Execration d’ un cheval, Die Verfluchung eines Pferds ist eine böse Gewohnheit, und sündlicher Gebrauch, sowol von klugen als gemeinen Leuten, und geschiehet öfters, wenn es seinem Reuter nicht will folgen, sich vom Stallknecht nicht striegeln, aufzäumen oder beschlagen lassen, da soll es gleich der Donner erschlagen, der Teufel soll ihm den Hals zerbrechen; deßgleichen thun auch die Fuhrleute auf den Strassen, wenn sie die armen Thiere aus Geitz überladen, und hernach die schwere Last-Wagen nicht aus dem Morast ziehen können, so verfluchen und vermaledeyen sie die edle Creatur (so dem Menschen den meisten Dienst leistet) das unverantwortlich ist, denn der Gerechte erbarmet sich auch seines Viehes.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 711Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0