FeedEquites Aquilæ albæ
GeschichteRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Equites Aquilæ albæ, Die Ritter vom weissen Adler in Pohlen, soll König Vadislaus Locticus Anno 1325 gestifftet haben, man sindet aber bey den Pohlnischen Auctoribus wenig Nachricht davon. Jm Gegentheil constituirte König Vadislaus IV Anno 1637 zu Ehren der unbefleckten Empfängniß der Mutter Gottes Mariä, einen neuen Ritter-Orden, die Equites immaculatæ Conceptionis genannt, welche auch Pabst Urbanus VIII unverzüglich confirmirte. Das Ordens-Zeichen war eine goldene Kette, deren Glieder theils weisse Lilien mit diesen Worten: In Te; theils aber unterschiedliche mit weissen Binden zusammen geknüpffte Pfeile vorgestellet, nebst den Worten: Unita virtus. Hieran hieng ein rothes Creutz, in dessen Mitte ein weisses Bildniß der Mutter Gottes stund, die mit den Füssen auf einem Drachen trat, mit der Beyschrifft: Vicisti, vince. Die Ordens-Ritter sollen vornehmlich aus dem Pohlnischen Adel genommen, aber gleichwol auch vornehme Ausländer nicht ausgeschlossen seyn, und die Gelder der Ordens-Casse zu Rantzionirung der Gefangenen, auch Verpflegung der Armen angewendet werden. Alles war hierzu fertig, aber der Fürst Radzivil, und einige andere Magnaten brachten es auf dem Reichs-Tage folgendes Jahr, aus gewissen Argwohn, dahin, daß dieses gantze Institutum rückgängig wurde. Der König Augustus II aber hat diesen Orden. Anno 1705 folgender massen erneuert. Das Ordens-Zeichen ist ein durchsichtig roth emaillirtes güldenes Creutz, mit einem weissen Rande, und zwischen den Spitzen stehen vier Feuer-Flammen. Auf der vördersten Seite ist der Pohlnische weisse Adler, welcher auf der Brust ein weiß Creutz mit den Chur-Schwerdtern trägt; auf der 2ten Seite siehet man in der Mitte des Königs Nahmen AR. mit der Beyschrifft: Pro Fide, Rege & Lege. Oben darüber ist in den neuesten Ordens-Zeichen eine Krone mit Diamanten versetzet, und in allen ein Ring mit Diamanten um anzuhängen mit einem blauen Bande.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 639–640Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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