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GeschichteRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Exercitia, Uibungen, darunter werden erstlich verstanden die im Krieg gewöhnlichen Exercitia der Soldaten, da die Musqvetirer mit der Flinte oder Mousquet, die Grenadiers mit ihrem Granaden-Werffen, die Reuter mit Pistol-Schiessung, Gubernirung der Pferde, geschwinden Auf- und Absitzen, Wenden und dergleichen, wohl umzugehen, angewiesen werden, und bestehen vornehmlich die Kriegs-Exercitia in diesen dreyen Stücken, als 1) hurtig und geschickt sich zu wenden, 2) die Waffen recht zu führen und zu gebrauchen, und 3) die Ordnung zu halten. Die Geschicklichkeit des Leibes im Wenden bringet die stetige Arbeit und vortheilhafftige Uibung; die Waffen recht zu führen, richtet man sich nach der Zeit und Gelegenheit, wie auch nach der Absicht auf den Feind, den man vor sich hat, und nach den Waffen, welche derselbe gebrauchet: Die gute Ordnung begreifft in sich, wie man sich in Ordnung stellen, Glieder und Reihen halten, öffnen und schliessen, marchiren, still stehen, hinter oder vor sich gehen, rechts oder lincks umwenden, mit dem Feind treffen, denselben verfolgen, oder zurück weichen soll, und was dergleichen mehr ist.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 711–712Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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