Faquin, Jst ein ausgeschnitztes halbes Brust-Bild, das man auf ein Geländer setzt, und die Lantzen im Rennen darauf stößt und abbricht; der Ort aber, darauf man am meisten abzielt, ist der Kopff, die besten Stösse gehen über die Augen auf die Stirn, und die gantz justen werden gezeichnet mit der Grösse einer qver Hand, und die darunter gerathen, werden minder geachtet. Und so ein ungeschickter Reuter mit der Lantze auf den Schild trifft, den der Faqvin auf dem lincken Arm träget, so kehret sich gedachter Faqvin auf einem Wirbel herum, und schläget gleich nach dem zu, der sich der Lantze so unschuldig gebraucht, über welchen Fehler er seinen Ritt und Treffen verliert, zur Straffe seiner übel geführten Handlung.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 735Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0