Darmstadt, Die gewöhnliche Residentz-Stadt der Evangelischen Land-Grafen von Hessen, ist zwar nicht groß, aber schön, sauber, und sehr wohl gebauet, hat ein gut Schloß, ein schön Glockenspiel, so alle Viertel-Stunden spielet, einen trefflichen Garten, und ansehnlichen Marstall. Jn der Stadtkirche sind die Fürstlichen Begräbnisse dieser Linie zu sehen: Von der Ritterschafft am Rheinstrom ward Anno 1402 in der Woche vor Lichtmesse zu Darmstadt der drey und zwantzigste Turnier gehalten. Wobey 2 Fürsten, nehmlich Fürst Heinrich und Graf zu Henneberg und sein Sohn Wilhelm, 18 Grafen, 17 Freyherren, 52 Ritter und 288 Edle; auf diesem Turnier schmissen sich wider Turniers-Freyheit und Gerechtigkeit, die Francken und Hessen, und war dieses der erste, worauf sich die Geschlechte rottirten und irrig worden. Der Francken blieben auf dem Platze 17 und der Hessen nicht viel weniger, und haben seit der Zeit die Hessen nicht viel turnieret, als die, welche durch Gunst und Freundschafft wieder zugelassen worden sind. Das Wappen der Land-Grafen von Hessen-Darmstadt ist unter Hessen beschrieben.