Quintana, Jst ein Adelich Ritterliches Exercitium, und bestehet in folgenden: Es wird nemlich ein ausgeschnitztes höltzernes Manns-Bild als ein Speer-Reuter mitten in die Carriere gestellt, oder man setzet es auf ein Geländer, hieran zerbrechen die Reuter ihre Speere, und richten solche gerade auf diese Quintane; der Ort, darauf man trifft, ist der Kopff; die besten Stösse gehen auf die Stirn über die Augen, die Treffen aber, die drunter gerathen, werden geringer geachtet. Die Lantze oder Speer ist auch nur halb, es werden aber etliche Stöcker von anderthalb Ellen lang, und etwan Fingers dick in die Kolde hinein gesteckt, und damit man sie desto besser brauchen könne, so werden sie an ein paar Orten etwas überzwerg eingekerbet, sonsten möchte man die Hand verstauchen. Vornen an den Stecken wird ein klein Eisen gesteckt mit Zacken (wird die Krone genannt,) dasselbe muß in der Stirn des Faquins oder höltzernen Manns (wenn es gelten soll, und die Stöcke gebrochen worden,)stecken bleiben, wenn man sie recht brechen will, muß man erstlich in dem Ansatze einen Bogen damit machen, so zerspringen sie in viel Splitter. Der Faquin wird auch gemacht, daß er sich auf einem Wirbel herum drehet, und in der lincken Hand ein Bretspiel hält, wenn nun der Reuter dasselbe berühret, so ist der rechte Arm ausgestreckt, und pflegt damit dem Reuter eines mit der Pritsche in den Rücken zu geben, darum er wohl nach dem lincken Auge stechen muß, denn das ist das beste Treffen. Voyez Faquin.