FeedFechtmeister, Gladiatoriæ artis magister, maîtres d’ armes
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Fechtmeister, Gladiatoriæ artis magister, maîtres d’ armes, Dessen Amt ist, seinen ihm vorkommenden Lehrlingen ein ihrer Statur und Beschaffenheit des Leibes anständiges und vortheilhafftes Lager und Positur anzugewöhnen, folglich deren Stärcke und Vortheil klüglich auszuforschen, und sodann seine Lectionen darnach einzurichten. Ferner denenselben alle Streiche und Stösse zu zeigen, damit sie die rechten von den falschen entscheiden, und im Gegen-Fechten gehöriger massen ausnehmen und pariren können. Uiber das muß er auch seinen Scholaren angewöhnen, niemals ohne gebührliche Vorsicht sich aus dem Vortheil zu geben, oder sich zu blössen, sondern so gleich nach angebrachtem Hieb oder Stoß, in hurtiger Wiederherstellung ihr gehöriges Lager zu wehlen, ihres Gewehrs Spitze allezeit gegen des Gegners Auge zu bieten, und durch vortheilhaffte Positur selbigen von sich abzuhalten. Jngleichen ist auch nöthig, daß er denjenigen, so an Stärcke Abgang hat, tüchtig mache, durch Geschwindigkeit und vortheilhaffte Hurtigkeit dasjenige zu bewerckstelligen, was der andere an Stärcke vor ihm voraus haben möchte. Er, der Fecht-Meister selbst, soll ein wohlgesetzter, vernünfftiger, und modester Mann seyn, der auf seine Autorität geziemender massen zu halten wisse. Er soll wissen iedem seinen geziemenden Respect zu geben, mit Sanfftmuth und klugen Beweis-Gründen zu informiren, über seines Fecht-Bodens Gesetze stricte halten, keine Händel anfangen, hegen oder secundiren, niemand auf seinem Boden Tort thun lassen, sondern allenthalben seine Autorität interponiren.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 747–748Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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