Flüßige oder trieffende Augen, Eine Augen-Beschwerde der Pferde. Man machet dieselbe trocken, wenn im abnehmenden Monden früh morgens dem Pferde, ehe man es noch gefüttert oder geträncket, die Augenbraunen mit einem Spitzzänglein ausgeraufft werden. Man nimmet auch 2 Loth Saltz, 2 Loth Vitriol, und 2 Maaß-Kannen frisch Brunnen-Wasser, thut dieses alles in ein Glas, läßt es an der Sonnen destilliren; wenn man solches brauchen will, rühret man es wohl unter einander, und streichet es alle Tage einmal einem mit diesem Augen-Gebrechen behaffteten Pferde mit der Feder in die Augen.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 805Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0