Fröttel, Frettel, Jst ein kleines vierfüßiges wildes Thier, von dem Geschlecht der Wiesel, daher es auch im Lateinischen von einigen Mustela silvestris vel rustica genennet wird. Dieses Thierlein, welches sich zahm machen, und auf die Caninichen-Jagd wohl abrichten läßt, ist etwas grösser, als ein Eichhörnlein, schlanck und länglicht vom Leibe, weißgelbichter Farbe, hat schöne rothe Augen, und gar niedrige Füßlein; wiewol es auch Frötteln giebt, so bunt und scheckicht, von oben röthlich oder Leberfärbig, unten am Bauch aber gantz weißlicht sind. Jhr gewöhnlicher Auffenthalt ist in denen größten Wildnissen und Einöden, ihre Nahrung aber bestehet in Wildpret von Caninichen, auch in Fischen, Vögeln und Honig, als welchem letztern sie insonderheit sehr nachstellen. Das Weiblein gehet gantzer viertzig Tage trächtig, und setzet öffters fünff, sechs, sieben bis acht Junge auf einmal; diese sind dreyßig Tage blind, und wenn sie etwan sechs oder sieben Wochen ihr Gesichte gehabt, kan man sie schon zur Hatz der wilden Caninichen gebrauchen, worbey man ihnen eine Schelle an den Hals, den Caninichen eine mehrere Furcht einzujagen, zuweilen aber auch ein kleines Maul-Körblein von Leder anzuhängen pfleget, damit sie zwar wol die Caninichen stossen, aber nicht beissen können, wenn sie dieselbigen aus ihren Schlupf-Löchern heraus treiben müssen. Die Frötteln pflegen, so offt sie erzörnet und erhitzet sind, einen starcken Bisam-Geruch, wie die Marder von sich zu geben.