Gewächs, Heist alles dasjenige, was an dem Leibe eines Menschen oder Thiers, wider die natürliche Bildung desselben, an irgend einem äusserlichen Theile, durch einen gewissen Zufall hervor wächset. Die Pferde sind sonderlich, und zwar an ihren Schenckeln und Füssen, den Gewächsen unterworfen: Denn sie sind geplagt mit Gallen, Uiberbeinen, Maucken, Strupffen, Leist, Spat etc. Hier soll eine allgemeine Cur und Præservativ zu allen dergleichen Gewächsen, angeführet werden, nemlich: Wenn ein Pferd ein Gewächs am Bein oder Schenckel hat, so reisse man ihm die Haut im abnehmenden Mond mit einer Luchs-Klauen auf, nehme Grünspan, Brantewein, Mehl und Honig, mische es durch einander, streiche es auf ein Tüchlein als ein Pflaster, (deren man drey daraus machen muß) binde es über den Riß, wenn eines trocken wird, so binde man das andere darüber, bis man Besserung befindet. Will man aber ein iedes Pferd, das von dreyen Jahren und darunter ist, denn älter darf es nicht seyn, bewahren, daß es sein Lebenlang kein Gewächs an den Füssen, es sey von Gallen, Spat, Maucken, Uiberbein oder andern bekomme: So nehme man ein Viertel-Pfund gestossene Glas-Gallen, fünff Loth Drachen-Blut, ein Pfund Baum-Oel, ein Viertel-Pfund Biber-Geil, ein Qvartier guten Rheinischen oder Wein-Hefen-Brantwein, Manns-Harn und Eßig iedes ein Nössel, siede diese Stücke mit einander, und schmiere dem Pferde die vier Schenckel alle Tage einmal damit, das thue man neun Tage nach einander, so warm als es an den Händen zu erleiden ist, und lasse das Pferd in der Zeit, wie auch in etlichen Wochen hernach in kein Wasser reiten.