Glied-Wasser, Heißt das wässerigte Geblüte, so aus den Schäden, Wunden und Eiter-Geschwüren der Pferde zu rinnen pfleget. Es ist dieses ein böser Zustand, denn es schwindet das Glied gerne darnach, oder wird gar lahm, sonderlich wenn in den Gelencken und Gliedern ein gelblichtes Glied-Wasser sich befindet. Diesem Uibel bey Zeiten abzuhelffen, und das Glied-Wasser zu verstillen, nehme man Alaun, Silber-Glette, und Gall-Aepffel gleiches Gewichts, pülvere alles zusammen gantz klein, thue es in die Wunden, lasse es so lange darinne, als es darinne bleibet, wo was von sich selbsten heraus fällt, das füllet man mit frischem wieder aus, also, daß man die Wunden gar nicht öffnet, noch aufthut, vielweniger darein greiffet, bis das Glied-Wasser sich verstillet. Andere nehmen Heydnisch-Wund-Kraut, sieden es in Wein in einem neuen verdeckten Topff, daß es wol den dritten Theil einkocht, und waschen alsdenn iederzeit warm die Wunden damit. Noch andere nehmen pulverisirten weissen Hunds-Koth, oder zu Pulver gestossene Krebs-Augen, welche in den Schaden gestreuet, oder Lein-Oel warm überlegt, das Glied-Wasser verstillen und gar bald heilen.