Kalte Brand, An den Pferden ist ein gefährlicher und tödtlicher Zustand, wenn er einmahl überhand genommen, dahero man diesem Uibel in Zeiten vorbauen soll: Wolte demnach zu einer gefährlichen Wunde Geschwulst kommen und der kalte Brand dazu schlagen, so muß der Schaden erst mit warmen Eßig rein gewaschen und mit Ziegel-Oel geschmieret werden. Hernach nimmt man ohngefehr für einen Groschen weissen Bolus, Rosen-Oel für zwey Groschen, und Gold-Glette für einen Groschen, ingleichen das Weisse von drey Eyern, macht aus diesen allen eine Salbe, und schmieret den Schaden damit. Wolte dieses nicht gleich anschlagen, so nimmt man eine Hand voll frischen Leimen, ein Glas voll Eßig, eines voll Brantwein, um einen Groschen Silber-Glette und das Weisse von drey Eyern, schmieret die Salbe davon des Tages drey mal auf den Schaden und giebt zugleich dem Pferde die Schwartz-Wurtz mit in dem Futter Wenn der Brand zu einem Schaden schlägt, so nehme man Tauben-Koth, brenne es aus in einem Kolben, und thue dasselbige Wasser in den Schaden, es löscht den Brand in einer Stunde, und ist keine bessere Löschung. Andere nehmen ungelöschten Kalch, thun solchen in einen Topff, giessen Wasser darauf, rühren es wohl durch einander, darnach lassen sie es eine Weile stehen, bis es lauter wird, giessen das obere Wasser davon, und wieder ander frisch Wasser dran, rühren es wieder um, so wird es wie eine Milch, netzen ein Tüchlein darein, und schlagen es über den Brand, es hilfft. Oder: Nimm Hollunder-Blätter, zerstosse sie, druck den Safft heraus, temperir solchen mit Wein-Eßig, und lege ihn auf den Brand: Oder auch ein wenig Milch in eine Lauge gethan, und ein damit genetztes Tüchlein übergeschlagen, ist ebenfalls eine gute Brand-Löschung.