Greif, Gryps, Gryphon, Griffon, Ein bey den Alten beschriebenes Thier, die solches von dem Aristea, einem gar ungewissen Poeten, auf guten Glauben angenommen haben, und also beschrieben, daß es vorne einem Adler, hinten aber einem Löwen gleiche, habe aufgereckte Ohren, 4 Füsse, einen langen Schweiff und halte sich auch in den Nördlichen Orten aus. Allein, nachdem kein Natur-Kündiger, wie grosse Mühe sie sich ins besondere deswegen gegeben, ein solches Thier ie und irgendswo entdecken mögen, so hält man es heutiges Tages billig vor eine bloß im Gehirne ausgebrütete Mißgeburt. Denn ob man schon in der Egyptischen Bild-Schrifft auch ein dergleichen Thier, wie der Greif beschrieben wird, findet, so beweiset doch solches noch nichts, zumal da man weiß, daß sie mit dieser Geheimniß-vollen Zusammensetzung des Habichts oder Adlers und des Löwens, der Sonnen mächtige Wirckung andeuten wollen. Jn der Wappen-Kunst kommt es sonderlich in dem Hertzogl. Pommerischen Wappen vor. Ob Ludolffs Muthmassung zutreffe, daß der Alten Greif unser Casuarius sey, stellet man dahin.