Harmonica, Harmonice, Jm eigentlichen Verstande ist eine Wissenschafft, wie die Tone sich gegen einander in ihrer Ordnung und Grösse verhalten; denn sie erweget, als der edelste Theil der canonicalischen Wissenschafft, nebst den Klängen und Jntervallen auch die Klang-Geschlechter und Ton-Arten, nebst andern dahin gehörigen Dingen. Jm gemeinen Verstande ist sie nichts anders als die Symphoniurgie, oder die vollstimmige Art zu setzen. Eigentlich aber gehöret die Symphoniurgie nicht zur Harmonie. Diese begreifft nach einigen unter sich: Sonos, Intervalla, Syslemata, Genera, Tonos und Tonorum commutationes; worzu andere noch die Melopœiam oder die Modulation selbst rechnen wollen.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1003Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0