Huf-Zwang, Jst ein Mangel, welcher sich an dem Huf eines Pferdes ereignet, wenn derselbe hinten gar schmal und enge zusammen wächset, und aussen an denen Wänden herum viel übriges Horns, inwendig aber wenig Kerns hat. Es kommt dieser Zufall daher, wenn man die jungen Pferde nicht zu rechter Zeit beschlagen läßt, so wächset ihnen das Horn gar zu lang herunter, und der Huf, wo das Eisen soll aufgeschlagen werden, gar spitzig zu; an der Krone dicker und stärcker als an den Zehen, hinten an den Strahlen aber läuffet ihnen das Horn gantz zusammen. Einem solchen Roß lasse man das Horn hinten an den Fersen bey den Strahlen auf beyden Seiten, bis auf das Leben, doch daß man ihm das Bein im Huf nicht berühre, ausschneiden, auch ihme die Wände daselbst wohl niedrig hinweg nehmen, schlage ihm sodenn ein Scheer-Eisen auf, das hinten an der Stollen eine Schraube hat, damit man das Eisen auf- und zuschrauben kan; nehme alsdenn Lein-Saamen und Roggen, der recht reine gemacht ist, lasse es wohl sieden, bis die Körner aufbersten, stosse es denn in einem Mörsel, thue Zwiebeln und alten Schmeer darzu, daß es wohl unter einander kommt, schlage dem Pferde drey oder vier Tage damit ein, und wenn man ihm den Einschlag ausräumet, so mische man ihn wieder unter den neuen, damit man einschlagen will; am dritten Tage frühe schraube man dem Pferde das Eisen um einen Stroh-Halm breit weiter, und schlage ihm wieder, wie vor ein; über drey Tage mache man es abermal um einen Stroh-Halmen weiter, und fahre damit fort, bis man siehet, daß der Huf seine rechte Weite habe; darnach breche man ihm das Scheer-Eisen ab, und schlage ihm ein Eisen auf, das wohl weit, und aussen und innen gleich dick ist; nehme denn neues Wachs, lauteres Korn oder Sauer-Teig u. Honig samt dem Rooß, siede alles durch einander, und schlage ihme damit bey vierzehen Tage lang, alle Tage zweymal ein, und schmiere ihme den Huf bis in die Fessel wohl mit einer Horn-Salbe. Oder: Wenn der Mond neu ist, lasse man das Roß erstlich gar dünne bis auf das Leben auswircken, und unten an den Strahlen fein weit ausschneiden, denn denselben ein neues Eisen fein weit zurichten, daß sich der Huf unten von sammen geben und wachsen kan; darnach richte man dem Roß folgenden fetten Einschlag zu: Nimm Schwein-Mist, vier Loth Hasen-Fett, ein Viertel-Pfund alt Schmeer, ein Pfund gestossenen Lein-Saamen; dieses durch einander gerührt, und gekocht, dem Roß warm eingeschlagen, und vier Wochen nach einander continuiret, so bekommt das Pferd wieder gute Hüfe.