Krippe, Jst eine lange höltzerne Rinne, worinne den Pferden der Haber und Heckerling vorgeschüttet wird. Jn einem wohlbeschaffenen Pferde-Stalle, sollen die Krippen den Pferden zum höchsten bis an die Brust gehen. Einige bestimmen auch das Maaß, und wollen, wenn die Krippe von der Erde bis an den Boden vier Schuh hoch stehe, und dieselbe achtzehen Zoll breit und funffzehen Zoll in der Höhlung tieff seye, wäre es die juste Maaß für ein iedes Pferd: Denn wenn die Krippe etwas tieff, so müsse ein Pferd den Hals desto mehr in den Bogen richten, welches denn zum Zäumen, und sonst in viele andere Wege ein grosser Behelff sey. Jnzwischen ist doch rathsam, daß die Krippe an einem Ort um etliche Zoll höher, am andern aber, etwas niedriger, und also abhangend gemachet werde, damit nicht nur iede Pferde nach ihrer Höhe ihre Beqvemlichkeit dabey haben mögen; sondern auch diese, wie unten erwehnet wird, um so viel besser mit reinem Wasser ausgespület und gesaubert werden könne. Die Krippen sollen auch inwendig aufs netteste abgeglättet und gehobelt seyn, damit der Pferde Zungen durch einige bleibende Splitter-Risse und Aeste nicht beschädiget werden, noch das Futter sich darinne verhalte, welches durch seine Fäulung das frische Futter anstecket und verderbet. Dannenhero werden die Krippen manchmal mit Eisen-Blech beschlagen, welches aber wohl geschliffen und poliret seyn muß. Ein kupffernes Beschläge taugt nichts denn so bald es feucht wird, ziehet es an, und giebt eine saltzigte Bitterkeit von sich, durch deren Ableckung die Pferde das Koppen, Aufsetzen, oder Krippensetzen gewohnen. Wo aber weder eine glatte Krippe, noch Vorrath an Eisen-Blech da wäre, könte man dünne abgehobelte Breter oder Fornier von Eichen, Linden, Ahorn, oder dergleichen geschlachten Holtz, an stat des eisernen Blechs anmachen. Es ist auch vonnöthen, daß die Krippe an dem niedrigsten Ende einen Auslauff oder Ablaß habe, damit man dieselbe zu Zeiten mit Wasser ausscheuren und säubern könne.