Laideur du cheval, Ungestaltheit eines Pferdes. Das, was ungestalt und heßlich an einem Pferde zu nennen sey, lässet sich nicht besser erkennen, als wenn das Gegentheil, nemlich die Schönheit eines Pferdes, genau betrachtet. Hiervon ist oben unter Beauté du cheval das nöthigste kurtz beygebracht worden, und ein mehrers unter: Schönheit eines Pferdes, zu sehen. Wenn nun z. E. ein schön Pferd einen kleinen, dürren, magern Kopf, kleine, enge und spitzige Ohren, einen langen, dünnen und gebogenen Schwanen-Hals etc. haben soll: So ist ein Pferd ungestalt, wenn es einen dicken, fetten, langen, viereckigten Kopf, lange und weit von einander hangende Ohren, einen kurzen, dicken, fetten Speckhals rc hat.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1270Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0