FeedLaute
MusikRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Laute, Die Jtaliener haben von unserm Deutschen Worte lauten, sonare, das musicalische Jnstrument, so man Lateinisch Chelys oder Testudo heisset, Liuto genennet: Davon wir das Wort Laute gemachet. Es hatte dieses Jnstrument anfänglich nur 4 Chor doppelte Saiten, hernach hat man immer mehr und mehr darzu gethan. Das unterste oder den Bauch daran heist man das Corpus, das oberste oder den Sangboden, das Dach. Wo die Bände daranf liegen, heist der Griff, unten daran der Hals. Wo die Wirbel darinne gehen, wird der Kragen genennet. Der Stimmung nach bekommen die Lauten unterschiedliche Nahmen. Jn der kleinen Octav-Laute muß die Qvint in das eingestrichene c oder in das zweygestrichene d gestimmet werden; in der kleinen Discant-Laute in das eingestrichene h; in der Discant-Laute, in das eingestrichene a; in der Chorist- oder Alt-Laute in das eingestrichene g; in der Tenor-Laute in das eingestrichene e; in der Baß-Laute in das eingestrichene d; in der Groß-Octav-Baß-Laute in das eingestrichene g.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1291–1292Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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