Leist Leiste, So man auch die grosse Maus nennet, ist an einem Pferde die Gegend des hintern Schenckels, welche sich, wenn das Pferd gehet, dem Bauch nähert, da die Stösse und Tritte mit den Füssen gefährlich sind. Wenn einem Pferde der Leist wächset, so brenne man ihme mit einem glüenden Eisen fünff Strich dadurch eines Stroh-Halmes tieff, darnach nehme man ein halb Pfund Honig, anderthalb Pfund Terpentin, vier Loth Galbanum, Weyrauch und Mastix iedes ein Loth, zwey Loth Bohnen-Mehl, anderthalb Pfund Hartz; diese Stücke thue man in einen Topff, giesse ein Nössel Essig darüber, und lasse es mit einander sieden, streiche sodenn die Salbe auf den Brand, oder lege es Pflasterweise darauf, neun Tage nach einander. Andere nehmen ein glüend Eisen und brennen ihm eines Stroh-Halmes tieff ins Fleisch, zerlassen auch sogleich Schweinen-Speck, und thun ihm denselben warm hinein.