Lerche, Haube-Lerche, So man vornemlich in Jtalien und Franckreich häuffig antrifft, ist etwas grösser als eine Korn-Lerche, aber ohne Gesang, und hat oben auf dem Kopff eine Haube oder Feder-Büschlein, nicht anders als unsere Heide-Lerchen sich zu machen pflegen, wenn sie etwas sehen, davor sie sich fürchten. Diejenige Haube-Lerche aber, welche man auch Koth-Lerche, und in Oesterreich besonders Koth-Münch nennet, lässet sich zum Lieder-Pfeiffen wohl abrichten, und bleibet den gantzen Winter bey den Häusern, Ställen und Scheunen, ingleichen auf den Mist-Stäten und Landstrassen. Sie ist dunckel-färbiger als die Feld- oder Korn-Lerche, und hat auf dem Kopff eine Haube von Federn, welche sie nach Gefallen aufheben, und wieder niederlegen kan.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1323–1324Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0