FeedLieblichkeit
Recht & StaatRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Lieblichkeit, Jst eine Eigenschafft der Melodie, welche befördert wird, wenn man mehr Grade oder Schritte und kleine Jntervalle, als grosse Sprünge gebraucht; mit solchen Graden und kleinen Jntervallen gescheut abwechselt; unsingbare Sätze vermeidet und wohlklingende Sätze anzubringen suchet; den Verhalt aller Theile der Melodie wohl beobachtet; angenehme Wiederholungen und Nachahmungen, iedoch nicht gar zu häuffig, anstellet; den Anfang mit solchen Klängen machet, welche entweder die Ton-Art selbst vorstellen, oder ihr doch nahe verwandt sind; und endlich mäßige Läuffer oder lauffende Figuren, Melismos, gebraucht.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1343Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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